Wenn Sie sich einen Hund angeschafft haben und eines Tages der Meinung sind, dass Sie mit Ihrem Vierbeiner eine Hundeschule besuchen wollen oder müssen, da Sie eventuell das eine oder andere Problem nicht mehr alleine bewältigen können oder auch nur, um ihn noch einen Schritt weiter zum perfekt erzogenen Hund bringen wollen, dann sollten Sie folgendes bei der Auswahl einer guten Hundeschule beachten:

Sie sollten sich vergewissern, dass Sie in der Schule Ihrer Wahl seriös und durch qualifiziertes Personal betreut werden. Hinterfragen Sie gegebenenfalls die Qualifikationen, falls Sie nicht durch gute Mundpropaganda auf diese Schule aufmerksam wurden. Gute „Lehrer“ sollten nicht nur praktisch geschult sein, sie sollten auch im theoretischen Bereich mit allem „rund um den Hund“ bestens vertraut sein.

Denken Sie bitte daran, dass bei der Ausbildung Ihres Hundes ganz wichtig ist, dass Sie die nötigen Informationen richtig, verständlich und korrekt bekommen, damit Sie diese Informationen optimal an Ihren Hund weitergeben können. Bedenken Sie auch, dass Sie den Hund ausbilden, Sie bekommen durch die Schule Anweisungen bzw. Tipps und Hinweise sowie Hilfestellungen für Ihre korrekte Arbeit mit dem Hund.

Hundeerziehung ist Vertrauenssache – und Sie sollten sich sicher sein, dass Sie dem Ausbilder vertrauen können. Für alle Ihre Fragen und Probleme sollte der „Lehrer“ ein offenes Ohr haben und diese mit Ihnen gemeinsam erörtern. Wenn auch einmal auf etwas nicht sofort eine Antwort oder ein Lösungsvorschlag parat sein sollte, da es auch seitens des Lehrers etwas Zeit zum Überlegen brauchen kann, fragen Sie nötigenfalls wieder nach. Ein guter „Lehrer“ wird immer bemüht sein, einen Weg zu finden. Scheuen Sie sich bitte nicht davor, auch für Sie eventuell peinliche Fragen zu stellen, denn hierfür gibt es ebenfalls eine Antwort.

Es gibt immer wieder neue Erziehungsmethoden, die erlernt werden sollten – auch von den „alten Hasen“ unter den „Lehrern“, nur so ist eine gute Schule auf dem neuesten Stand und in der Lage, verschiedene Methoden anzuwenden und anzubieten. Eine pauschale Erziehung gibt es praktisch nicht, da jeder Hund ein Individuum für sich ist. Zum Glück für unsere Hunde ist der „Drill“ heute nicht mehr angesagt. Es muss auch nicht gebrüllt werden, zumal unsere Hunde ein viel besseres Gehör haben als wir Menschen.

Sie haben von der „völlig straffreien Erziehung“ gelesen? Bedenken Sie bitte, dass auch ein Leinenruck oder eine Korrektur eine Strafe für Ihren Hund bedeutet. Ganz ohne „Strafe“ geht es also meistens nicht. Sie sollten jedoch darauf achten, dass nicht sofort ein Stachelhalsband oder gar ein Teletakt eingesetzt wird, es gibt auch andere Erziehungshilfsmittel.

Ein guter „Lehrer“ wird auch immer darauf bedacht sein, dass die Menschen ihre Hunde richtig loben während der Arbeit – auch das will und muss gelernt sein. Arbeiten Sie für Ihren Chef ohne Gehalt? Warum sollte dann ein Hund ohne „Lohn“ arbeiten? Und dieser Lohn besteht eben aus Lob oder Leckerchen. Der Ton macht die Musik – auch bei einer guten Ausbildung.

Eine Ausbildung sollte sich keinesfalls nur auf einen Hundeplatz beschränken. Die Schule Ihrer Wahl sollte den Unterricht praxisbezogen überwiegend in anderen Umgebungen abhalten. So ist es ratsam, in der Stadt, in Parks, im Wald und auf Feldwegen zu arbeiten. Auch ein Restaurantbesuch sollte im Programm nicht fehlen, denn schließlich wollen Sie Ihren Vierbeiner ja überall hin mitnehmen können.

Sollten Sie sich dazu entschlossen haben, Ihren Vierbeiner zur stationären Erziehung in eine Schule zu geben, dann ist es doch sehr empfehlenswert, sich die Unterbringungsmöglichkeiten vor Ort anzuschauen. Die Trennung von Ihnen wird Ihrem Hund schon sehr zu schaffen machen und wenn dann auch noch die neue Behausung beängstigend ist, dann wird Ihr Hund die Welt nicht mehr verstehen. Denn Ihr Hund weiß ja gar nicht, warum Sie ihn weggeben, warum Sie ihn abschieben, er wird einfach nur traurig sein. Stellen Sie sich einmal vor, Sie haben Ihren Liebling daheim auf einer Decke oder in seinem Bettchen im warmen Zimmer liegen und plötzlich kommt er in einen kalten Zwinger auf eine Holzpalette – Schock pur!

Wichtig ist auch hierbei, dass Sie sich einige Tage Zeit nehmen, um im Anschluss an die stationäre Erziehung unter Anleitung des „Lehrers“ mit Ihrem Hund zu arbeiten. Sonst kann es sein, dass in Ihrer gewohnten Umgebung der Hund wieder in sein altes Fehlverhalten verfällt. Das wäre schade um die Zeit der Trennung und auch um Ihr Geld, das Sie dann praktisch umsonst ausgegeben haben.

Fazit: Aufgepasst bei der Auswahl einer Hundeschule. Aus einem Eisenbieger wird kein Goldschmied oder Florist, nur weil er ein Fachbuch gelesen hat.

Heidrun Franke
gepr. Kynopädagogin